
Am Montag, dem 8. Juni, lernten wir nach vielen Ausflügen ins Umfeld unsere Partnerstadt Châteauroux besser kennen: Wir bekamen unter anderem Einblick in zwei große und wichtige Unternehmen, wurden im Rathaus empfangen und feierten mit unseren Gastgeberinnen und Gastgebern unseren letzten Abend traditionell in der Guinguette de Belle-Isle, einem beliebten Ausflugs- und Tanzlokal.
Am Vormittag erhielt unsere Gruppe eine Führung im Unternehmen KSB, einem Hersteller von Pumpsystemen mit Hauptsitz in Frankenthal. Empfangen wurden wir von Fabienne Tirlemont, die fließend Deutsch spricht und auch Mitglied der deutsch-französischen Gesellschaft in Châteauroux ist. In der Niederlassung in Châteauroux sind ca. 120 zumeist hochspezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Vor dem Eintritt in die Werkhallen wurden wir alle mit Spezialschuhen ausgestattet. Es herrschte strenges Fotografierverbot, da zur Zeit unseres Besuches eine Spezialpumpe entwickelt wurde. Trotz wacher Blicke: Das Geheimnis konnten wir nicht lüften. Allerdings wurde klar: Die Firmenaktivitäten beschränken sich nicht nur auf die Herstellung, sondern beinhalten auch Forschung und Weiterentwicklung.
Zumeist werden angelieferte Teile, die nach den Vorgaben von KSB hergestellt wurden, zu Pumpen aller Art hauptsächlich für Industriekunden weltweit montiert; allerdings verfügt das Unternehmen auch über eigene Metallwerkstätten mit CNC-Maschinen, um schnell und flexibel reagieren zu können. In sogenannten Shopfloors, von denen es mehrere gibt, werden die operativen Prozesse in der Produktion analysiert und dort auch optimiert.
Gegen Mittag wurden wir im Rathaus in Châteauroux von Bürgermeister Gil Avéroux empfangen, der unsere Gruppe aufs Herzlichste begrüßte. Wir lernten auch Pierre-Olivier Lombarteix und Mariia Romani kennen, die für internationale Beziehungen im Rathaus zuständig sind. Sie führen die Arbeit von Jean-Yves Hugon fort, der der "Motor" der Städtefreundschaft zwischen Gütersloh und Châteauroux war, die deutsche Partnerstadt regelmäßig besuchte und fließend Deutsch sprach.
Herr Hugon ist überraschend verstorben und hinterlässt zunächst eine große Lücke. Ihm wurden vonseiten des Bürgermeisters und vonseiten der Sprecherin der deutschen Gruppe, Doris Diekjürgen, ehrenvoll gedacht. Im nächsten Jahr feiern die beiden Städte 40 Jahre Städtepartnerschaft. Der Bürgermeister versprach, im kommenden Jahr jeden Monat ein Event in Châteauroux stattfinden zu lassen, das die deutsch-französische Freundschaft thematisiert. Darüber hinaus soll ein neuer Deutschkurs starten, an dem er selbst auch teilnehmen werde. Im Jubiläumsjahr steht ein Besuch einer französischen Gruppe in Gütersloh an. Federführend bei der Organisation des Aufenthalts der Franzosen ist das bewährte Orga-Team Doris Diekjürgen, Kerstin Krause und Markus Samland, die auch diesen Besuch der deutschen Gruppe in Frankreich mit großer Sorgfalt und Erfolg organisiert haben. Helfende Hände und viele Ideen sind willkommen.
Nach einem stärkenden Mittagessen in der Kantine von KSB ging es in die Fenioux-Labore. Den Besuch hat unsere französische Freundin Christiane Juinier organisiert. Die Laboratoires Fenioux wurden 1985 von Christian Fenioux in Châteauroux gegründet. Das Familienunternehmen stellt Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von getrockneten Kräutern (Blüten, Blättern, Wurzeln und Stängeln) her. Das A und O ist die Kontrolle der angelieferten Rohstoffe durch das firmeneigene Labor. Nach der Erstkontrolle im Labor werden die Rohstoffe gezielt erhitzt, mit Wasserdampf heruntergekühlt und anschließend gefrostet. In diesem Prozess werden Proben entnommen, die von einem externen Labor noch einmal auf Verunreinigung durch Bakterien geprüft werden. Erst wenn alle Verfahren durchlaufen sind, gelangen die Rohstoffe in die Produktion. Sie werden pulverisiert und anschließend in die vorgefertigten Kapseln gefüllt. Bei einigen Produkten werden die Pflanzenstoffe mit Vitaminen gekoppelt. Besonders bekannt, auch in Deutschland, sind die Kapseln (Bambu Tabashir) gegen Gelenkschmerzen. Die Produkte können im Internet bestellt werden, das Unternehmen verfügt über eine eigene Versandabteilung.
Abends ging es zur fröhlichen Abschlussveranstaltung ins Restaurant Guinguette de Belle-Isle. Sektempfang, hervorragendes Essen und gute Gespräche prägten den Abend. Von französischer Seite dankte Alain Dubost dem Orga-Trio für den Einsatz. Sein Extra-Dank ging an Ute Eckelkamp, die häufig als Übersetzerin eingesprungen ist. Doris Diekjürgen sprach für die deutsche Gruppe den Dank für den herzlichen und gut organisierten Empfang aus und lud die französischen Freundinnen und Freunde ein, im nächsten Jahr zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach Gütersloh zu kommen.